Král pianistů RUBINŠTEJN v Mariánských Lázních

Anton Grigorjevič RUBINŠTEJN (1829-1894), vynikající ruský hudební skladatel, který byl stejně proslulý jako klavírní virtuos. Ačkoliv dnes už není jako hudebník na světovém žebříčku na prvním místě, zůstává živá vzpomínka na jeho geniální techniku a interpretace, které uváděly v úžasu celou Evropu a Ameriku, a jeho jméno zůstává mezi nejslavnějšími klavíristy 19.století.

Rubinštejn se narodil 16.listopadu 1829 (Vychvatinec na Baltu) a zemřel 8. (20.) listopadu 1894 v Peterhofu u Petrohradu. Jako desetiletý poprvé úspěšně koncertoval v Moskvě. Do této doby byl vyučován výlučně svou matkou.

Pokračoval ve výuce a vystoupeních v Moskvě, pak v Berlíně a v Paříži, kde jeho učitelem byl také Franz LISZT, který  ho zahrnoval velkou chválou.  V Anglii se setkal s Ignácem MOSCHELESEM, který ho ohodnotil jako "ruského mladíka, jehož prsty jsou lehčí než peříčko a přece tak silné jako opravdického muže."

V roce 1848 se vrátil jako devatenáctiletý z cest a usadil se v Petrohradu, kde pokračoval ve studiu  a začal s komponováním. Znovu a znovu se však vydával do světa, který si ho žádal a znovu přiváděl svou hrou obecenstvo k nadšeným ovacím, až k slzám. Na svých turné po světě dostával veřejnost do vytržení svou úžasnou interpretaci a nedostižnou techniku hry.

Byl populární jako geniální klavírista a hudební skladatel, ale jeho význam ještě doplňuje mimořádně úspěšná pedagogická činnost na Carské konzervatoři v Petrohradě, kde mimo jiné učil i Petra Čajkovského. Jeho kariéru nelze nazvat jinak než jako jedinečnou a strmou cestu od úspěchu k úspěchu

Rubinštejn v Mariánských Lázních

Anton Grigorjevič RUBINŠTEJN pobýval v roce 1884 v Mariánských Lázních. Přijel sem s rodinou 19.června 1884 a v kurlistech je pod číslem 3430. Zprvu se ubytoval v domě Sanssouci, ale krátce po nepříjemnosti s hrou na klavír (viz vzpomínka Marie Zicklerové) se přestěhoval do vily TRIANON (dnes policie). Po skončení léčby  měl 20. července 1884 koncert v sousedním hotelu CASINO (později Výzkumný ústav balneologický), kam také chodíval denně cvičit (viz vzpomínka Viktora Petzoldta) a hrál na klavíru BOSENDÖRFER, který mu sem zaslala vídeňská firma. Jak uvádí historik FLOROVSKIJ (1946), výtěžek koncertu 3000 zlatých věnoval Rubinštejn na pomoc postiženým katastrofickými povodněmi na řece VISLE. Z toho polovinu určil pro postižené z rakouské části Povislí u Krakova  a druhou polovinu pro postižené v ruské oblasti v blízkosti Varšavy. Koncert obsahoval díla Bacha, Beethovena, Chopina, Folkmana i jeho vlastní skladby.   Podle M.Zicklerové prý použil výtěžek koncertu na pomoc požárem postiženým  obyvatelům města Planá.  Rivněž se uvádí, že zde pilný Rubinštejn dokončil komickou operu "Papoušek" pro divadlo v Hamburku. Libreto k opeře napsal  Vitman. Šlo  o jednoaktovku. Opera pak byla uvedena ještě v roce 1884 v Hamburku.

Životopis Rubinštejna sepsal Jurij Chlebov a připomíná jeho návštěvy Prahy a vystoupení   v letech 1858, 1876 a 1892. Episoda Mariánských Lázní zůstává u Chlebova i dalších zcela opomenuta, přestože ji potvrzují nejen kurlisty, ale i noviny Marienbader Zeitung..

König der Klavieristen im Hotel Casino

Anton Rubinstein, der berühmteste Komponist und Klavierspieler, übte täglich in seinem Salon im Hotel CASINO in Marienbad (1884). Eines Tages trat ich behutsam ein, aber sein Gehör war sehr scharf, und er drehte sich nach mir um und meinte, sich wegen der Fingerübungen, die er spielte, entschuldigen zu müssen.

Er sagte: "Ja, wenn ich nicht jeden Tag übe, merke ich das sofort, übe ich aber zwei Tage nicht, dann merkt es das Publikum."

Am selben Tag war eine große Überschwemmung in Polen. Zu Gunsten der Betroffenen gab er im Kursaal ein Konzert und konnte über  3000 Gulden dem Hilfsfond überweisen. Im darauffolgenden Winter ging er nach Dresden und wohnte im Hotel "Europäischer Hof". Da mich der Besitzer, Herr Sendig, im gleichen Winter engagiert hatte, trafen wir hier wieder zusammen. 

(Erinnerungen des Viktor Petzoldts, Hotelbesitzer )

Rubinstein im Haus Sanssouci

In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Marienbad glänzende Kurzeiten. Aus aller Herren Ländern kamen Gäste, die in den waldumsäumten, ele­ganten Badeort Heilung und Freude fanden. Da kam an das Bürgermeisteramt die Nachricht, daß der in aller Welt gefeierte Pianist Anton Rubinstein mit seiner Fa­milie nach Marienbad kommen wolle; man möge für den Künstler eine passende Wohnung suchen.

Das war aber schwer jetzt in der Hochsaison. Doch da gerade im Haus SANSSOUCI, das damals noch ein­stöckig war und mit seiner ruhig vornehmen Fassade, seinem eleganten Vestibül sich als ein vornehmes Herr­schaftshaus zeigte, gerade eine Partei abreiste, wurde die Wohnung im I. Stock gemietet.

Die Wiener Pianofabrik Bösendorfer schickte einen großen Konzertflügel zur Benützung für den Mei­ster, und als dieser durch die großen, 4 Meter hohen, eleganten Zimmer schritt, sein Blick in das ruhevolle Grün des Kurparks schweifte, war Rubinstein sehr zu­frieden und meinte, hier werde er sich ausruhen können und an seiner Oper  "Der Dämon" arbeiten. Rubinstein war von Marienbad  entzückt, und nachdem er sich ei­nige Tage eingelebt hatte, lud er einige Bekannte zu ei­ner abendlichen Plauderstunde ein.

Wie gerne alle kamen, darunter eine Polin mit ihren schönen Töchtern, kann man sich vorstellen. Der Fürst im Reich der Töne war in glänzenden Laune. Er fühlte sich sehr wohl in Marienbad, und eine angeregte, geistvolle Unterhaltung schwirrte durch den Salon.

Aber immer wieder streiften die Augen der Gäste den großen Konzertflügel, der stumm da stand. Der Wunsch, daß ihn des Meisters Zauberhände zum Klingen bringen möchten, kam wohl aus allen Herzen, sprach aber besonders stark aus den Blicken der schönen Polinnen. Als der Künstler einen dieser bitten­den Blicke auffing, lächelte er gütig, schritt zum Flügel, öffnete den Deckel und dann griffen seine Hände in die Tasten. Zuerst leise, wie probierend; aber dann quoll ein Wohllaut ohnegleichen aus dem Instru­ment. Rubin­stein, der Pianist von Weltruf, bereitete sei­nen Gästen eine Feierstunde erlesenster Schönheit. Alle lauscht glücklich und ergriffen.

Da klopfte es hart an der Türe. Die Zuhörer erschraken und wurden jäh aus ihrer Glücksstimmung gerissen - doch Rubinstein, dessen Seele weltentrückt im Reich der Töne schwebte, spielte weiter. Da klopfte es noch energischer und eine laute Männerstimme fragte, ob denn nicht bald Ruhe würde, es sei ja schon spät und morgen früh müsse man ja zeitig zum Brun­nen.

Da erwachte der Meister aus seiner Weltent­rissenheit, er sprang auf und schlug erregt den Deckel des Instrumentes hart zu. Zerstört war die wunder­schöne Feierstunde - der große Künstler, dem solch Unerhörtes geschehen, war böse. "Hier kann ich nicht bleiben" rief er aus, "wenn ich keine andere Wohnung bekomme, reise ich ab!"

Und er wiederholte das auch, als er am nächsten Vormittag beim Bürgermeister er­schien. Doch dem weltgewandten Stadtoberhaupt ge­lang es bald, den erzürnten Künstler zu beruhigen. Es wurde gleich Umschau gehalten nach einer anderen, passsenden Wohnung und nun fand diese in Villa TRIANON (Hauptstraße Nr. 99). Die schöne, am Ende der oberen Kaiserstraße liegende Villa gehörte einem Advokaten, der für einige Wochen verreiste und seine ganze Villa zur Verfügung stellte.

Hier war es nun der große Künstler zufrieden. Er blieb einige Wochen in Marienbad, das sein für das Schöne so empfängliche Herz begeisterte. Und als in die­ser Zeit eine kleine Stadt in Marienbads Umgebung (Stadt Plan) von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht wurde, bei der viele Menschen Hab und Gut verloren und sich die Kurstadt Marienbad an die Spitze der Hilfsaktion stellte, fand sich Anton Rubinstein gleich bereit, öffentlich in Marienbad für die Opfer des Brandes zu spielen. Die Matinee im Kursaal wurde das größte kün­stlerische Ereignis des Sommers. Von nah und fern kamen die Zuhörer, und obgleich der billigste Platz 100 Gulden kostete, waren bald alle Sitze verkauft, und viele, die von weit herkamen, fanden keinen Einlaß mehr. Anton Rubin­stein, ein Fürst im Reich der Töne, spielte hinreißend und wurde von den begeisterten Zuhörern umjubelt. Dem Hilfs­werk aber floß durch die edle, warmhezige Mithilfe des Künstlers eine große Summe zu.

 


Zickler Maria "Ein Erlebnis Anton Rubinsteins in Marienbad"  (Erinnerung an Marienbad, 1950)